Ab dieser Woche kommt das neue Team der EWE Baskets in Oldenburg zusammen. Anreise, Medizinchecks, die ersten Würfe auf die Körbe des Trainingscenters an der Maastrichter Straße, Media Days – das Programm für Spieler und Trainer dürfte wie gewohnt gut durchgeplant sein.
Danach geht es Schlag auf Schlag. Am 19. August präsentiert sich die Mannschaft erstmals den eigenen Fans, wenn im Rickey Paulding Junior Center Aufsteiger Phoenix Hagen vorstellig wird. Es folgen unter anderem ein Trainingslager im serbischen Zlatibor, wo wichtige Grundlagen geschaffen werden sollen, um ein echtes Team zu entwickeln, sowie der traditionelle EWE Baskets Day, der am 6. September ein Testspiel gegen Hamburg bereithält.
Zwischen dem 10. und 14. September – so ausgedehnt präsentiert sich das Zeitfenster der Spieltermine – wird es für die Mannschaft des neuen Trainers Milenko Bogicevic im Wettkampf ernst: Die erste Runde im Netto BBL Pokal (der ab dieser Saison unter diesem neuen Namen läuft) steht an, die EWE Baskets sind beim Erstliga-Absteiger MLP Academics Heidelberg gefordert. Auf den ersten Blick klingt diese Aufgabe, bei allem Respekt vor dem Gegner, machbar.
Rund eine Woche später fällt schließlich der Startschuss in der easyCredit Basketball Bundesliga. Bemerkenswert: Es ist das 27. Jahr am Stück, in dem in Oldenburg auf höchster nationaler Ebene gespielt wird.
Und es ist gleichzeitig eine Saison, in der viele sehr genau hinschauen werden. Denn der Trend der vergangenen Jahre wies bei objektiver Betrachtung nicht in die gewünschte Richtung. Nach neun Saisons mit ununterbrochener Playoff-Präsenz war schon die Spielzeit 2021/22 ein Warnschuss; im letzten Jahr von Rickey Paulding stand am Ende ein elfter Platz zu Buche, zwischendrin und vor der Verpflichtung von Headcoach Ingo Freyer fußte der Ligaverbleib auf wackeligen Beinen.
Hernach gelang Pedro Calles immerhin eine ordentliche Saison, die nach dem guten vierten Hauptrunden-Platz allerdings ein jähes Ende nahm. Anschließend herrschte kontinuierlicher Stillstand: Neunter 2024 (und Play-In-Aus), Neunter 2025 (und Play-In-Aus) sowie Elfter 2026.
Logisch erscheint vor diesem Hintergrund der Umstand, dass der Kader nahezu vollständig umgebaut wurde. Dabei setzen Trainer Bogicevic und Srdjan Klaric, Geschäftsführer Sport, auf die Unterstützung durch ein Recruiting Board. Ziel des Ganzen: „Im Mittelpunkt stehen dabei Spieler, die die sportliche Identität der EWE Baskets verkörpern und die Entwicklung des Clubs nachhaltig prägen können.“
Zwei Akteure haben den harten Schnitt zum Ende der vergangenen Saison überstanden: Nicholas Tischler (Bild oben: Ulf Duda) und Seth Hinrichs gehören auch 2026/27 zu den EWE Baskets und dürften gerade zum Start der Vorbereitung auch die Rolle der Wegweiser übernehmen. Acht neue Gesichter trudeln dieser Tage nach und nach an der Maastrichter Straße ein: Die Guards Jeremy Roach, Zach Ensminger, Nate Johnson, Ja’Qualyn Gilbreath und Le’Tre Darthard, Forward Tylan Pope sowie die Big Men Marcel Keßen und Demajeo Wiggins.
Auf den ersten Blick ist das durchaus ein anderer Ansatz als in der Vorsaison, als zahlreiche namhafte und routiniertere Spieler den Weg an die Hunte fanden – und letztlich viel zu selten das praktisch auf das Parkett brachten, was theoretisch hätte möglich sein können (oder besser: müssen). Seriöse Einschätzungen zur tatsächlichen Qualität sind momentan, da das Personal noch die Koffer packt, kaum möglich. Dass sich Oldenburg mit diesem Kader aber wieder in den Kreis derer gesellen könnte, die bei guter Entwicklung (und Teamfähigkeit!) Aussichten auf eine direkte Playoff-Qualifikation besitzen, erscheint nicht als vermessene Erstprognose.
In jedem Fall ist es erfreulich, dass die überlange Sommerpause ihrem Ende näherkommt. Wenngleich es leider ja erst in sechs Wochen wieder so richtig losgeht …
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Zu meinem Basketball-Background: Als wenig erfolgreicher Spieler hatte ich lange Zeit großes Interesse am aktiven Tun, allerdings beschränkt sich meine Liebe zu diesem Sport inzwischen auf die Besuche in den Hallen und Arenen und die entsprechende Arbeit an der Tastatur. Von 2004 bis 2014 habe ich die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit der EWE Baskets Oldenburg geleitet, seitdem beschäftige ich mich mit dem Club im Speziellen und dem Basketball im Allgemeinen als freier Journalist – unter anderem als redaktioneller Mitarbeiter für die easyCredit Basketball Bundesliga, als gelegentlicher Experte am Mikro bei den EWE Baskets oder in diesem Blog. Für die Dauer der Saison 2025/26 bin ich als PR Manager (in Teilzeit) vorübergehend zum Club zurückgekehrt. Was ich sonst noch so mache: hier entlang.