Torben Rosenbohm

Freier Journalist und Autor aus Oldenburg

Weit mehr als der Sohn einer Legende: Interview mit Zach Ensminger

Zach Ensminger hat bei den EWE Baskets Oldenburg einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Der 25-Jährige kam vom Überraschungs-Pokalsieger BMA365 Bamberg Baskets an die Hunte und ist einer von insgesamt neun Neuzugängen des Clubs aus der easyCredit Basketball Bundesliga. Im Interview spricht der Guard über seinen Vater Chris, seine bisherige Karriere und seine Ziele in Oldenburg.

Zach, wie sehr stört es dich, dass in Interviews praktisch zwangsläufig die Frage nach deinem Vater Chris aufkommt?

(lacht) Am Anfang hat mich das ein bisschen mehr genervt. Da hieß es immer: Das ist der Sohn von Chris Ensminger, mein eigener Name fiel da kaum. Aber im Grunde war das natürlich in Ordnung, er ist ja nun mal mein Vater – und er ist gleichzeitig mein Vorbild. Ich habe das genutzt, mein Dad hat schließlich mit seiner Spielweise Eindruck hinterlassen. Das war auf dem Parkett nicht für jedermann zwingend sympathisch, aber was am Ende alle anerkannt haben, das waren sein Kampfgeist und seine Disziplin. Und er hat eine wirklich sehr lange Karriere hingelegt. Also: Es ist eine coole Sache, einen solchen Vater zu haben, und ich konnte sehr viel von ihm lernen – und mache das immer noch. Mir ist aber auch wichtig: Ich möchte natürlich als Zach gesehen werden und nicht nur als Sohn von Chris. Das ist mir inzwischen nach meinem Empfinden auch gelungen.

Dein Vater war eine prägende Gestalt in einer sehr erfolgreichen Bamberger Ära. Wir haben diesen Gegner in der damaligen Ära leidenschaftlich verteufelt.

(lacht) Vor allem Leute ab 40 kennen ihn alle, ausnahmslos.

Was sind die wesentlichen Aspekte, die dir dein Vater für deine Karriere mit auf den Weg gegeben hat? Und wie eng verfolgt er deine Entwicklung auch weiterhin?

In erster Linie muss ich das Thema Disziplin nennen. Das begann in sehr jungen Jahren, er hat da sehr viel Wert drauf gelegt. Aber auf der anderen Seite sagte er auch: Du musst Spaß haben! Im Mittelpunkt stehen also Disziplin und Spaß, und hinzu kam sein Rat: Mach dein Ding zu 100 Prozent. Egal ob Basketball oder Fußball oder etwas ganz anderes, geh an alles immer mit vollem Einsatz heran. Ich sollte beispielsweise nie zum Training gehen, um schlechte Gewohnheiten zu entwickeln, sondern immer, um mich zu verbessern. Und nicht zu vergessen, was er nachdrücklich vertritt: Geh respektvoll mit anderen Menschen um. Das ist kein Basketball-spezifisches Thema, aber das war ihm immer sehr wichtig. Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Und in Sachen Basketball ging das alles sehr, sehr früh los. Ich glaube, ich hatte im Alter von einem Jahr meinen ersten Ball, mit sechs ging es in den Verein. Zu deiner zweiten Frage: Natürlich schaut er genau hin, er sieht jedes meiner Spiele. Und dann ruft er mich hinterher natürlich immer an, außerdem schreibt er mir ziemlich rasch nach dem Spiel, was ihm gefallen hat – und was weniger. (lacht)

Du hast neben dem deutschen auch einen US-amerikanischen Pass.

Das stimmt, meine Eltern kommen ja aus den USA. Aber aufgewachsen bin ich komplett in Deutschland, im Grunde bin ich regelmäßig nur im Sommer dort. Das ist schon ein bisschen komisch, denn mit Ausnahme meines Dads und von mir ist die ganze Familie dort drüben. Auch mein Bruder geht jetzt in sein abschließendes Collegejahr. Mittlerweile läuft es aber darauf hinaus, dass ich nur noch etwa in jedem zweiten Jahr in die Staaten fliege.

Zunächst kannte Zach Ensminger die EWE Arena nur als Gast, hier im Trikot der BG Göttingen. Foto: Ulf Duda

2019 hast du dein Bundesligadebüt in Ulm gegeben, an der Seite deines heutigen Teamkollegen Seth Hinrichs. Am Ende der damaligen Saison bist du dann in die ProA nach Quakenbrück gewechselt. Wie sehr stellt deine Karriere eine Entwicklung jeweils logisch aufeinanderfolgender Schritte dar?

(lacht) Ich hoffe zumindest, dass es sich so darstellt. Ich war damals in Ulm, und für die BBL hat es noch nicht gereicht. Wenn du mit 18 oder 19 Jahren in der ersten Liga spielst, dann bist du meistens darauf festgelegt, Vollgas in der Defensive zu gehen und vielleicht mal einen offenen Dreier zu nehmen. Ich bin viel auf der Point-Guard-Position eingesetzt worden, und da war im Team in der BBL schlicht kein Platz. In der ProB wollte ich aber auch nicht bleiben, daher habe ich mich entschieden, den Schritt in die ProA zu gehen. In Quakenbrück wurde mir eine Starter-Rolle angeboten, und es war rückblickend tatsächlich eine gute Entscheidung, dort hinzugehen. Ich konnte viel trainieren, musste mich mit 19 Jahren gegen gestandene Spieler beweisen und eine wichtige Rolle auf dem Spielfeld übernehmen. Das wäre vermutlich anders gelaufen, wenn ich irgendwo als Doppellizenzler mit den Profis trainiert und nur in der ProB gespielt hätte.

Anschließend ging es für dich nach Bonn.

Das war wirklich ein sehr großer Schritt! Das Team war krass, schau dir die Spieler an: Da war TJ Shorts unterwegs, auch Tyson Ward, Collin Malcolm und andere gehörten zur Mannschaft. Die siehst du heute alle in der EuroLeague oder im EuroCup.

Ihr habt am Ende die Champions League gewonnen. Ragt dieses Jahr aus deiner bisherigen Karriere heraus?

Gleich vom ersten Training mit Tuomas Iisalo an hatte ich den Eindruck: wow! Das war ein solch riesiger Unterschied zu dem, was ich aus der ProA kannte. Der Coach hat wahnsinnig viel von seinen Spielern verlangt, aber es wurde auch ganz schnell deutlich: Wir werden sehr gut sein. Schon in der Saison davor war Bonn ganz oben mit dabei, es gab dann ein paar Anpassungen im Kader. Für mich ging es darum, mich zu entwickeln, zu lernen, gut mitzutrainieren und meine Spielminuten optimal zu nutzen.

Kein einfaches Unterfangen in einer solchen Mannschaft, oder?

Ich kam im Schnitt auf gute acht Minuten, wenn ich mich richtig erinnere. Das waren mal weniger, mal etwas mehr. Im Rückblick hat es sich als prägendes Jahr herausgestellt, vor allem mental war es nicht immer einfach. Dadurch bin ich aber gewachsen, und der Erfolg als Team hat natürlich geholfen. Ich konnte mir sehr viel abgucken – vor allem in Hinblick darauf, was es braucht, als Profi immer die richtige Einstellung zu haben, welche Skills man benötigt und was wichtig ist, um die passende Teamchemie zu entwickeln. Das war eine Mannschaft mit vielen eher noch jungen Spielern, und dann haben wir Partien wie bei AEK Athen gewonnen, gegen deutlich routiniertere Gegner. Ein echtes Team ist eben zu vielem in der Lage.

Drücken wir einmal auf die Vorspultaste und landen in Bamberg, wo du die vergangene Saison verbracht hast. Gab es einen Moment oder eine Phase, in der dir bewusst wurde: Hier ist etwas Großes möglich? Weder vom Kader noch von den finanziellen Voraussetzungen her gehörtet ihr auf dem Papier zu den großen Namen …

In der Preseason stellte sich bei mir das Gefühl ein: Wir haben hier ein mindestens solides Team zusammen. Mit dem Abstieg werden wir nichts zu tun haben, obwohl uns einige Experten vor dem ersten Spieltag eher in die unteren Ränge eingeordnet haben. Uns war klar: Das wird nicht passieren. In den Vorbereitungspartien haben wir überwiegend ganz gut gespielt, es gab allerdings auch eine herbe Niederlage im Test gegen Frankfurt, vielleicht ein Weckruf zur rechten Zeit. In die Saison sind wir passabel gestartet, aber das gestaltete sich im weiteren Verlauf eher inkonstant. Es gab dann eine Heimniederlage gegen Frankfurt, gegen Ludwigsburg wurde es richtig bitter. Das Spiel haben wir uns am nächsten Tag noch mal angeschaut und klargemacht: Das darf nicht wieder passieren! Tatsächlich haben wir in der Folge nur noch ein Heimspiel bis zum Ende der regulären Saison verloren. Und vor dem Pokalturnier in München haben wir uns vorgenommen, einfach zu spielen; wir hatten ja im Grunde nichts zu verlieren. Und dann sind wahnsinnig gute Sachen passiert, schließlich waren wir am Ende Pokalsieger. Als Team war uns nach diesem Wochenende schon bewusst, dass wir in dieser Konstellation nur noch ein paar Monate zusammen sein würden – und das wollten wir einfach genießen. Es war letztlich alles ein Erfolg der Teamchemie.

Zach Ensminger (rechts) beim Testspiel gegen Hamburg. Foto: Mathis Kirchner

Eine Parallele zur Situation Bonn, oder?

Absolut, nicht zuletzt mit Blick auf den Headcoach. Auch Anton ist einer, der sehr viel rausholt aus seinen Spielern und den maximalen Fokus einfordert. Er ist ein krasser Trainer!

Man darf davon ausgehen, dass er das nun in München fortsetzt, wenngleich das für einen wie ihn, der immer 120 Prozent gibt, eine ganz neue Herausforderung wird mit den vielen Spielen – teilweise drei in einer Woche …

Das stimmt. Wir haben uns unter Anton immer perfekt vorbereitet auf jeden einzelnen Gegner, und ich bin gespannt, wie es jetzt für ihn läuft. Ich hoffe wirklich, dass es gut wird, denn ich gönne es ihm absolut.

Eine letzte Frage, bevor wir zum Thema EWE Baskets wechseln. Was denkst du über die Entwicklung, dass immer mehr junge Spieler den Weg ans College gehen? Zuletzt hatte man, überspitzt formuliert, den Eindruck, dass jeder Youngster, der einen Ball fangen kann, einen Vertrag in den USA unterschreibt. Möglicherweise profitiert die Liga aber ja auch davon, wenn viele irgendwann zurückkehren.

Ich kenne die grundsätzliche Situation in Sachen College ja unter anderem durch meinen Bruder, der in Santa Clara spielt. Ich selbst stand auch schon vor der Entscheidung: Gehe ich rüber oder nicht? Die finanziellen Dimensionen, die das alles jetzt hat, gab es zu der Zeit allerdings noch nicht. Meine Angebote waren auch eher – sagen wir: mittelmäßig. Dann habe ich mich entsprechend dagegen entschieden. Aber heute? Die Menge an Geld, die jungen Spielern angeboten wird, ist einfach zu groß, um es auszuschlagen. Man muss sich klarmachen: Wer das ablehnt und hier bleibt, verzichtet zuweilen auf ein Gehalt, das 20-mal höher ist als das, was man hier verdient. Und sportlich ist es diese typische Fifty-Fifty-Situation: Spiele ich wirklich? Das hängt sehr von der jeweiligen Situation und nicht zuletzt vom Trainer ab. Ich kann es daher niemandem übel nehmen, wenn er sich für das College entscheidet und dann vielleicht nach drei, vier Jahren neu über die Perspektive Bundesliga nachdenkt. Für die Entwicklung junger deutscher Spieler in der BBL ist es natürlich keine gute Situation. Aber: Wenn ich jetzt 18 oder 19 wäre, würde ich vermutlich auch diesen Weg gehen. Wie auch immer eine Lösung aussehen kann: Es muss eine kommen.

Über deinen Wechsel nach Oldenburg ist vergleichsweise früh spekuliert worden. Wie kam der Kontakt zustande und was hat für dich den Ausschlag gegeben, zu den EWE Baskets zu wechseln?

Im Grunde lief das über den Agenten, der mir signalisiert hat, dass Oldenburg mich gern verpflichten möchte. Ein normaler Vorgang, nichts Verrücktes. (lacht) Ich habe mir dann alles angehört, und mir ist die Rolle der EWE Baskets im deutschen Basketball durchaus bewusst. Für mich ist das immer ein Club gewesen, der zu den Top Fünf gehört aus historischer Sicht. Da war über die Jahre viel Konstanz, die finanziellen Möglichkeiten sind bekannt, hinzu kommt die gute Situation mit der Trainingshalle und dem Campus. Dass die jüngere Vergangenheit nicht mehr so erfolgreich war, steht außer Frage, aber mir wurde deutlich gemacht, dass der Club das wieder in eine andere Richtung bringen möchte.

Das kann ja auch eine reizvolle Perspektive sein, über die ich mich mit Headcoach Milenko Bogicevic vor Kurzem ausgetauscht habe. Es könnte durchaus im Hinterkopf bleiben, dass man es als Motivation nimmt, wieder an die erfolgreicheren Zeiten anschließen zu wollen …

Ja, ganz bestimmt. In Bamberg war das auch so, da waren die zurückliegenden Jahre auch nicht immer so, wie man es sich eigentlich vorgestellt hat. Das Potenzial ist auf alle Fälle da, und für mich hat es sich wie der nächste logische Schritt angefühlt, mich nun Oldenburg anzuschließen. Es geht darum, positive Energie zu entfachen, gerade auch bei den Fans ein gutes Gefühl auszulösen.

„Du darfst nicht eine Sekunde pausieren“, beschreibt Ensminger den Ansatz von Headcoach Milenko Bogicevic. Foto: Ulf Duda

Im ersten Heimspiel gegen Weißenfels ist euch das in vielen Momenten bereits gut gelungen, bei aller Vorsicht hinsichtlich der Bewertbarkeit eines Auftaktspiels. Die Fans haben Spieler erlebt, die Lust auf Verteidigung hatten, miteinander gespielt haben und jedem einzelnen Ball nachgegangen sind.

Das liegt natürlich auch am Coach. Du darfst bei ihm auf dem Feld nicht eine Sekunde lang pausieren, aber genau das ist es, was man als Spieler benötigt. Exakt mit dieser Einstellung kannst du auch bessere Teams schlagen. Jeder in der Liga kann Basketball spielen, jeder bringt seine Qualitäten mit. Aber in Sachen Intensität kannst du Zeichen setzen; wenn du nie nachlässt, immer präsent bist, deinen Kampfgeist ins Feld führst.

Euer Auftreten erweckt den Anschein, als hättet ihr die Saisonvorbereitung gewinnbringend genutzt.

Das kann man auf jeden Fall so sagen. Wir haben immer versucht, alles aus den Einheiten herauszuholen, und physisch – oder besser: ausdauertechnisch – sind wir sehr gut drauf. Wir können in den Spielen über die vollen 40 Minuten gehen und jeden Fight annehmen. Davon haben wir sowohl im Pokal in Heidelberg als auch in der Liga gegen Weißenfels profitiert, als es schwierigere Phasen gab.

Wo erkennst du trotz der vielen positiven Eindrücke momentan am ehesten die Bereiche, in denen ihr euch verbessern müsst?

(lacht) Ich glaube: in allen!

Wäre ja auch schlecht, wenn ihr im September schon auf dem Höhepunkt angekommen seid.

Es gibt viele kleine Sachen in der Offensive, die wir verbessern können. Und damit will ich nicht sagen, dass es in der Defensive schon super ist. Auf die konnten wir uns schon verlassen, ich würde sie momentan als stabil bezeichnen. Aber auch da geht vieles noch besser, sei es in der Pick-and-Roll-Verteidigung oder auch im Eins-gegen-eins. Und offensiv waren die 96 Punkte gegen den MBC natürlich gut, aber auch da können wir noch mehr.

Wenn man deine Spielweise betrachtet, würde ich unterstellen, dass dir beim Blick auf ein Endergebnis die Zahl beim Gegner wichtiger ist als die, die bei euch in der Offensive steht.

Da stimme ich dir schon zu. In allen guten Teams, in denen ich bisher gespielt habe, hat sich niemand hingestellt und gesagt: Hey, heute wollen wir 110:100 gewinnen. Auch ein Trainer wird es immer attraktiver finden, den Gegner bei 60 oder 65 Punkten zu halten. Aber schon alles unter 80 ist in Ordnung, und im Normalfall sollte das für einen Sieg ausreichen.

Man lässt die eigenen Leistungen ja lieber durch andere beurteilen, aber was würdest du aus eigener Perspektive als deine größten Stärken und Schwächen definieren?

Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass ich von allem etwas liefern kann. Ich bin auf mehreren Positionen einsetzbar, und wenn man Scoring benötigt, dann sorge ich dafür. Wenn ich meine Mitspieler in Szene setzen soll, erledige ich das. Das dürfte insgesamt meine Stärke sein. Und meine Schwächen? Nun, ich bin sicherlich nicht der athletischste Spieler, und auch defensiv kann ich noch etwas draufpacken. Ich kann mich letztlich in jedem Bereich verbessern, schließlich bin ich noch keine 35 Jahre alt. Ich werde weiterhin an den Kleinigkeiten arbeiten. Vielleicht klingt es langweilig, aber ich möchte letztlich das, was ich kann, noch ein bisschen besser machen. Und bei alledem noch konstanter werden.

Du hast eben schon angedeutet, dass man bei eurem Headcoach keine Pausen einlegen darf. Was zeichnet ihn sonst noch aus als Trainer? Er war sehr lange als Assistenztrainer unterwegs und hat zuletzt in Weißenfels angedeutet, was man von ihm erwarten darf.

Milenko ist eine sehr energetische Person, er verlangt immer mehr als 100 Prozent. Am Ende will er aber nur das Beste für jeden und damit für das ganze Team. Er weiß: Du kannst es besser, also mach es besser. Da gehört dann auch mal dazu, dass man angeschrien wird. Es wäre der falsche Ausdruck, von Perfektion zu sprechen, die er anstrebt. Am besten lässt es sich so beschreiben: Er möchte, dass wir es einfach beziehungsweise effektiv machen. Keine große Show – mach deine Arbeit und alles wird gut. Er fordert uns auf, vor allem defensiv immer physisch aufzutreten und bei jedem Ballbesitz, bei jeder einzelnen Bewegung, die wir machen, absolut locked-in zu sein. Ich mag das! Ich hatte schon mehrere Trainer dieser Art, und man kann sich bei ihnen einfach am besten entwickeln.

Setzt du dir vor einer Saison Ziele, auch persönliche? Und wie sehr bist du Freund davon, diese auch nach außen kundzutun?

Intern als Team muss man ein gemeinsames Ziel haben. Wenn der eine sagt, er will Meister werden, und der nächste strebt einen bestimmten Punkteschnitt an, während wieder ein anderer hofft, nicht am Ende der Saison abzusteigen, dann wird das nichts. Zunächst einmal will man als Sportler natürlich immer gewinnen. Man stellt sich nicht hin und sagt: Okay, heute wollen wir mithalten. Es wurde ja offen kommuniziert, dass wir in die Playoffs wollen. Das ist aber nicht das oberste Ziel, denn viel wichtiger ist, dass wir anstreben, jeden Tag zu wachsen und besser zu werden. Unser Konzept soll uns in die Lage versetzen, in jedem Spiel einen Schritt in die richtige Richtung zu unternehmen.

Kampf um jeden Ball: An defensiver Arbeit hat Zach Ensminger viel Spaß. Foto: Ulf Duda

Du hast in deiner Karriere schon mit vielen Akteuren zusammengespielt. Könntest du einen benennen, den du aus heutiger Sicht als den besten von ihnen bezeichnen würdest?

(lacht) Puh! Das waren wirklich viele. (überlegt lange) Ich hatte über die Jahre so viele gute Mitspieler. Eigentlich will ich jetzt keine allzu naheliegende Antwort geben, aber ich muss natürlich TJ Shorts nennen. Er ist wirklich sehr stark und so wichtig für seine Mitspieler, er hat durch seine Art zu kommunizieren einfach alle mitgezogen. Ich möchte aber auch Adrian Breitlauch nennen, er war Kapitän damals, während ich sehr jung und das erste Mal von zu Hause fort war. Er hat mir alles gezeigt, sogar das, was ich einkaufen musste. (lacht) Daher ist er für mich auf alle Fälle ein ganz besonderer Mitspieler gewesen. Ich könnte so viele nennen, aber ich bleibe jetzt bei den beiden.

Du hast bereits für die A2-Nationalmannschaft gespielt. Wie groß sind deine Ambitionen, den Sprung in die A1 zu schaffen? Man muss natürlich dazu sagen, dass sich die Situation über die Jahre unfassbar verändert hat und der Pool an starken deutschen Spielern inzwischen riesig ist.

Diese Entwicklung ist wirklich außergewöhnlich. Natürlich wäre ich begeistert, wenn sich mir diese Chance mal eröffnen würde. Aber die Ausgangslage ist verrückt. Die Hälfte der Spieler ist in der NBA unterwegs, viele andere in der EuroLeague. Aber auch die Phase in der A2 empfand ich als großartig, das war eine sehr gute Erfahrung mit all den anderen Jungs zusammen.

Zu guter Letzt: Ihr spielt am Freitag in Würzburg. Die Franken sind schwer einzuschätzen, bestreiten ihr erstes nationales Saisonspiel und setzen erfahrungsgemäß auf die Künste von Headcoach Sasa Filipovski. Was erwartest du von der Partie?

Würzburg war in den letzten Jahren immer ein schwieriges Pflaster, nicht nur durch die Spielweise, sondern insbesondere auch durch den echten Heimvorteil, den die Spieler in ihrer Halle genießen. Sie werden mit 100 Prozent herauskommen, schließlich ist es ihr erster Bundesliga-Auftritt. Sie haben zwar in der Qualifikation zur Champions League gleich das erste Spiel verloren, aber das wird ihren Hunger nur steigern. Würzburg hat traditionell starke Guards, alle spielen hart und haben sicherlich das System schon verinnerlicht. Dann gibt es Spieler wie Brandon Tischler oder auch die Big Men mit ihren Qualitäten. Das wird in Sachen Härte, Intensität und Auswärtsatmosphäre, die wir als Team so noch nicht erlebt haben, ein guter Test für uns.


Der Beitrag hat dir gefallen? Das würde mich freuen. Verbesserungsvorschläge kannst du per E-Mail an mich senden.

Wer sich mit einem kleinen Betrag finanziell beteiligen und mich bei der Weiterentwicklung dieser Seite finanziell unterstützen möchte, kann das unter diesem Link per PayPal tun (öffnet den Link bei technischen Problemen einfach im Browser). Danke für das Interesse an meinem Blog!

Wenn du nichts mehr verpassen möchtest, folge mir auf Instagram oder auf WhatsApp

Zu meinem Basketball-Background: Als wenig erfolgreicher Spieler hatte ich lange Zeit großes Interesse am aktiven Tun, allerdings beschränkt sich meine Liebe zu diesem Sport inzwischen auf die Besuche in den Hallen und Arenen und die entsprechende Arbeit an der Tastatur. Von 2004 bis 2014 habe ich die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit der EWE Baskets Oldenburg geleitet, seitdem beschäftige ich mich mit dem Club im Speziellen und dem Basketball im Allgemeinen als freier Journalist – unter anderem als redaktioneller Mitarbeiter für die easyCredit Basketball Bundesliga, die Nordwest-Zeitung oder als gelegentlicher Experte am Mikro bei den EWE Baskets oder in diesem Blog. Für die Dauer der Saison 2025/26 bin ich als PR Manager (in Teilzeit) vorübergehend zum Club zurückgekehrt. Was ich sonst noch so mache: hier entlang.